Eingebettet in das Ulstertal unweit von Geisa liegt das Dörfchen Borsch. Schon 839 taucht sein Name in den Urkunden auf, als nämlich Kaiser Ludwig die Villa Borsch an das Kloster Fulda verschenkte. So ist auch dieses Rhöndorf eng mit der Geschichte der Fuldaer Kirche und ihrer Äbte verbunden.

Nähert man sich dem Ort aus Geisaer Richtung, beide Orte sind mit einem sehr schönen Rad- und Gehweg miteinander verbunden, so stößt man gleich am Ortseingang auf eine kleine Kapelle - die Marienkapelle.
Die schöne Barockkirche in der Mitte des Dorfes wurde ebenfalls von einem Fuldaer Abt, Adolph von Dalberg, errichtet. Sein Wappen schmückt noch heute das Eingangsportal.
Beim Bau der Kirche wurde wie so oft der alte Turm weiterverwendet. An ihm findet man die Jahreszahl 1738. Die alte rechteckige Basis trägt einen achteckigen Aufbau, der von einer Schweifkuppel mit Laterne bekrönt wird.

Betritt man durch das barocke Hauptportal das Kirchenschiff, hat man einen schönen Blick auf den gegenüberliegenden Chorraum, welchen man durch einen halbrunden Triumphbogen betritt. Das Kreuzgewölbe des Turmes mit kräftigen Hohlkehlen in den Rippen deutet auf den spätgotischen Baustil hin und kennzeichnet den Turm als den ältesten Bauteil der Kirche.

In den Hauptaltar im Chorraum ist eine gotische Holzschnitzerei aus der Zeit um 1500 eingelassen.Diese Reliefarbeiten suchen in dieser Gegend ihresgleichen.

Die Verkündigungsszene


Die heilige Magdalena und Christus als Gärtner.

Magdalena wird von Engeln hinweggetragen


Die Geburt Christi. Das Christkind, welches auf Marias Schleppe lag, ist nicht mehr vorhanden.
Mit einiger Sicherheit darf man annehmen, daß diese schönen Reliefs aus der ursprünglichen Kirche stammen, denn die Kirche ist der heiligen Magdalena geweiht. Der Ort wird noch heute durch interessante Fachwerkarchitektur geprägt, deren Betrachtung man sich bei einem Besuch des Dorfes nicht entgehen lassen sollte.