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| Die Straße von Richtung Kassel kommend
musste auf ihrem Wege nach Eisenach und weiter nach Erfurt/
Leipzig die Werra überqueren. Diese einstige Furt bei
der heutigen Stadt Creuzburg musste aus strategischen Gründen
gesichert werden. Die Geschichte Creuzburgs weist in dunkle
Vorzeiten: Forscher vermuten das Vorhandensein einer fränkischen
Siedlung als Mittelpunkt eines Königsgutbezirkes an eben
dieser Stelle. 775 schenkte Karl der Große den Zehnten
dieses Gebietes an das Kloster Hersfeld, die später das
Zehntrecht an das Erzbistum Magdeburg und diese an die Abtei
Fulda übertrugen. |
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1170 wurde das Gebiet Besitztum
des Landgrafen Ludwig II., genannt der Eiserne. Er ließ
in den Jahren 1165-68 eine Sommerresidenz errichten. Ob es
zu diesem Zeitpunkt bereits befestigte Bauwerke auf dem Berg
gegeben hat, kann man heute jedoch nicht mit Sicherheit nachweisen. |
Doch schon bald sollte diese Burg mehr sein
als nur Sommerresidenz: Ihre Lage an der Grenze zwischen Thüringen
und Hessen machte sie zu einem Bollwerk vor Gefahren aus dem
Westen.
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Eine "Kreuzburg" sollte sie sein. |
| Um diese Burg versorgen zu können
und im Notfall zu schützen gründete der Landgraf
die zugehörige Stadt. Er ließ die entstehende Siedlung
mit einer starken Stadtmauer umschließen und verlieh
ihr 1213 das Stadtrecht und ein Wappen. Er zwang die Einwohner
der umliegenden Dörfer, in diese Stadt überzusiedeln.
Doch auch der Religion diente er: 1215 wurde der Grundstein
zur Nikolaikirche
gelegt, nachdem bereits 1173 das Augustinerinnenkloster "St.
Jakob" außerhalb der Stadt gegründet wurde. |
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Um den Übergang über die Werra zu
erleichtern, wurde 1225 eine Brücke
errichtet und an ihr 1499 die Liboriuskapelle.
Unter den Wettinern verloren Stadt und Burg an Bedeutung,
sie hatte nur noch Wert zur Verteidigung des Werraübergangs.
Von wirtschaftlicher Bedeutung war in dieser Zeit bereits
die Saline "Wilhelmglücksbrunn", die ab 1452
genutzt wurde. |
| Die Reformationszeit brachte auch
für Creuzburg einschneidende Veränderungen: Nach
einer Predigt des Kartäusermönchs Albert von Kempen
traten fast alle Einwohner zum evangelischen Glauben über.
Als 1525 aufständische Bauern vor der Stadt lagen, verbrüderten
sich die Bürger mit ihnen. Doch nach der Niederlage der
Bauern blieb die Rache der Fürsten nicht aus. Drei Bürger
der Stadt wurden als Aufrührer öffentlich hingerichtet,
die anderen mussten in Eisenach Buße tun und aus der
Stadtkasse ein enormes Bußgeld gezahlt werden. Die Niederschlagung
der Bauern unterbrach auch den Aufschwung der Stadt. |
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| Doch die tiefste Zäsur brachte der Dreißigjährige
Krieg. Heerhaufe um Heerhaufen wälzte sich durch die
Stadt und brachten Not, Plünderungen, Brand, Raub, Krankheiten
und den Tod. Die Pest raffte dahin, wer vom Kriege verschont
blieb. Als in Münster 1648 endlich der Frieden geschlossen
wurde, waren die Creuzburger am Ende: Eine verwüstete
Stadt, die Bevölkerungszahl mehr als halbiert und total
veramt. |
Kaum hatte man sich dank einiger
guter Erntejahre wieder etwas erholt, raste der Siebenjährige
Krieg übers Land. Ein verheerender Stadtbrand (1765)
brachte die kleine Stadt fast an den Abgrund.
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Die Geschichte des 19.Jh. verzeichnete für
Creuzburg ein stetiges wirtschaftliches auf- und ab. 1839
wurde die Salzförderung auf der Saline eingestellt, Versuche
ein Solbad einzurichten scheiterten 1844.
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Die größten Schrecken standen Creuzburg
aber erst noch bevor: Die "Verteidigung" der Stadt
durch ein letztes Aufgebot der Wehrmacht im April 1945. Für
dieses sinnlose Unterfangen sprengte man die Werrabrücke
und nahm die völlige Zerstörung der Stadt in Kauf.
83% aller Gebäude der Stadt wurden im Zuge der Kampfhandlungen
vernichtet. |
| Der 1945 beginnende Wiederaufbau der Stadt
erbrachte das Stadtbild wie wir es heute kennen. Seit der
Wende erstrahlen viele Gebäude in neuem Glanz und lassen
die einstige Schönheit der Stadt erahnen. |
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