1215 wurde unter Hermann I. der Grundstein für dieses Gotteshaus an Stelle einer alten Kirche gelegt. In seiner Größe sollte diese Kirche vom Reichtum und dem Fleiß der Bürger der Stadt künden.
Die Nikolaikirche ist eine der wenigen Kirchen der Romanik in unserer Gegend.
Die Kirche teilt wie kaum ein anderes Gebäude das Schicksal der Stadt. Stadtbrände, Plünderungen und die Kampfhandlungen nahmen das riesige Bauwerk arg mit.
1785/86 erfolgte dann der Neuaufbau der Kirche und dieser neue Kirchenbau wurde durch den Klassizismus geprägt. Nur der Chorraum blieb in seiner ursprünglichen Form erhalten.
Der jetzige Turm wurde einstmal als Stadtturm errichtet und 1428 erneuert.
Als solchem fehlt ihm eine Verbindung zum Innenraum der Kirche. 1770 erhielt er nach dem großen Stadtbrand (1765) ein flaches Zeltdach, statt seiner achtseitigen Helmspitze. Dieses Notdach trägt er noch heute.
Bei den unsinnigen Kampfhandlungen in den letzten Kriegstagen wurde auch die Kirche in Schutt und Asche gelegt. Die Ausmasse der Zerstörungen sind auf den Fotos zu erkennen. Ihr Wiederaufbau begann 1968.
Teile des romanischen Chorraumes wurden 1932 wiederentdeckt. Der Chor ist halbkreisförmig angelegt und mißt fast 11 Meter im Durchmesser. Wertvolle Arkaden auf einem Sandsteinsockel beweisen, daß der einstige Chorraum tiefer lag als der heutige.
Das schöne Gewölbe des Chores stammt jedoch nicht aus der romanischen Bauzeit der Kirche, sondern wurde später errichtet.

Die Türen rechts und links des Chores sind von romanischen Rundbögen überspannt und führten einst über steinerne Wendeltreppen in kleine Fachwerktürme.


Die heutige Schmucklosigkeit und Leere des Hauptraumes soll in den nächsten Jahren durch umfassende Rekonstruktionsmassnahmen beseitigt werden.