Hinter der schönen Kuppe des Baier verstecken sich zwischen weiteren Bergkuppen zwei sehenswerte Dörfer: Öchsen und Gehaus. Das jüngere von beiden besitzt neben einer schönen Kirche, einem Schloss auch einen herrlichen kleinen Park. Doch der Reihe nach…
Erste Erwähnung findet das Dorf angeblich in einer Urkunde von 1355, Grund genug für eine zünftige 650-Jahr-Feier im Jahr 2005. Genauer wird die Quellenlage für die späteren Jahre. 1506 kauft ein Ludwig von Boineburg den Ort Gehowes, sicher damals nur ein Hof. Doch seine Nachfahren errichten in Gehaus zwei Schlösser, wovon nur das Oberschloss noch erhalten ist.
Das Schloss, welches Anfang des 18. Jh. im Auftrag der v. Boineburgs errichtet wurde, ist ein beeindruckender repräsentativer Herrschaftsbau. Aus fein behauenem Sandstein erbaut, erhebt es sich auf einer kleinen Anhöhe umgeben von einem herrlichen Landschaftspark. Zu einem breiten Eingangsportal führt eine Auffahrt, man hört förmlich die anrollenden herrschaftlichen Kutschen. Das vorspringende Portal mit dem Wappen wird überkrönt von einem Türmchen, an dessen Wand die Jahreszahl 1716 eingelassen ist, mit Bestimmtheit das Jahr der Fertigstellung des Schlosses.
Die Schönheit des Schlosses soll sich einstmals auch in seinem Inneren gezeigt haben. Wandmalereien und Stuckornamente zierten die hohen Räume. Heute jedoch harrt es einer sinnvollen Nutzung und Restauration.

Zum Greifen nahe liegt die Kirche des Dorfes, 1765-67 errichtet. Der nach Osten gerichtete Turm mit seiner imposanten Schweifkuppel prägt das Bild des Dorfes. Der Schlussstein des Portals trägt die Inschrift „Firchte dich nicht du kleine heerte“ und die Jahreszahl 1765.

Das Innere der Kirche ist im barocken Stil gehalten, der Altar liegt im Westen. Die Kreuzgewölbedecke ist aus Holz, Besucher können auf drei Emporen Platz nehmen.
Die alten Fachwerkhäuser des Dorfes zeigen im Gegensatz zu denen des Nachbardorfes Oechsen keinen Schmuck. Sicherlich waren in den vergangenen Zeiten die Besitzverhältnisse im Dorf schuld an dieser Entwicklung. Freie Bauern auf eigener Scholle in Oechsen, Pächter und Tagelöhner in Gehaus.
Sollten Sie einmal Gehaus besuchen, dann ist der Park am Schloss ein Muss. Herrliche alte Bäume, botanische Seltenheiten, eine versteckte kleine Kapelle und ein kleiner Teich machen den Park zu jeder Jahreszeit zu einem Erlebnis.

Auf eine sehr schöne und detailreiche Seite zu diesem Ort möchte ich Sie noch aufmerksam machen: www.gehaus.de.vu