Die Stadt Geisa liegt auf einem langgestreckten Bergrücken über dem Ulstertal. Erste Erwähnung findet der Ort 817 als Besitztum des Klosters Fulda.Ältestes Siedlungsgebiet ist der Gangolfiberg im Süden des Städtchens.
Heute ein Park mit altem Baumbestand, und sternförmig angelegten Wegen ist es der einzige Ort in Thüringen mit einer erhaltenen mittelalterlichen Gerichtsstätte, dem sogenannten Zentgericht. Schachbrettartig sind hier quadratische Sandsteine angeordnet.
Auf aufrechtstehenden, rechteckigen Steinen saßen die Schöffen, die höheren Randsteine dienten der Begrenzung der Gerichtsstätte. Jedoch ist der heutige Standort nicht der ursprüngliche. Doch seine Erhaltung bis zum heitigen Tag verdanken wir dem Fürstbischof Heinrich von Fulda, der die Stätte unter Schutz stellte. In etwa 1km Entfernung befand sich der Galgenberg.
Seit 1265 ist der Ort durch Mauern und Türme gesichert. Insgesamt 5 Türme und 2 Stadttore wurden errichtet und ein Graben vor den dicken Mauern ausgehoben, um mögliche Feinde abzuwehren. Ein Ausbau der Anlage fand Mittedes 16.Jh. statt. Heute kann man noch einige sehenswerte Reste der einstmaligen Stadtbefestigung besichtigen: Im Süden der Stadt beginnt hinter dem Schloss die Mauer, gesichert durch mächtige Srebepfeiler, und verläuft nach Osten, wo sie jedoch von Wohngebäuden (wie auch im Westteil) zum Teil überbaut wurde.
Die Stadttore wurden 1832 entfernt und auch die Gräben wurden im Laufe der Zeit zugeschüttet.
Seit 1302 nannte sich Geisa Stadt und bekam das Brau- und Schankrecht und das Vorrecht des Gewandschneidens verliehen.

Heutiger Mittelpunkt der Stadt ist die Katholische Stadtkirche St. Philippus und Jakobus. Der Bau dieser ursprünglich dreischiffig geplanten Kirche erfolgte 1489-1504. Sie präsentiert sich uns heute mit einem zweischiffigen Langhaus mit einem polygonalem Chor. Sie wurde aus Bruchsteinen errichtet, besitzt schöne Maßwerkfenster und im Norden ein spätgotisches Portal. Interessant ist auch der besteigbare Westturm, der unter seiner welschen Haube einen Fachwerkaufsatz trägt.

Treten Sie hier in die Kirche ein...

Innerhalb der ehemaligen Stadtbefestigung befand sich am höchsten Punkt der Stadt das Schloß der Fuldaer Fürstenäbte und das Amtshaus. An der Stelle des ehemaligen Marstalls befindet sich seit 1853 die Evangelische Kirche.

 


Südlich des ehemaligen Schlosses liegt hinter einem kleinen Park der Friedhof der Stadt, der einstmals beim Bau der Kirche aus der Stadt hinter ihre Mauern verlegt wurde. In die Friedhofsmauern wurden einige der alten Grabsteine des alten Friedhofs mit eingearbeitet.
Die sich auf dem Friedhof befindliche Kapelle St. Gangolf ist urkundlich seit 1461 nachweisbar. Interessant ist neben dem spitzen Dachreiter vor allem die Außenkanzel von 1564 mit Rankenfries und Ecksäulchen.

Neben dieser Kanzel findet der Betrachter alte Grabplatten des 16.-18.Jh. Auch auf dem Friedhof und seiner alten Mauer lassen sich viele Dinge entdecken...Lobenswert ist auch die Tatsache, daß sich im Schloßgebäude ein Heimatmuseum befindet, wo man interessante Dinge über Geisa und die Geschichte der Rhön erfahren kann. Hier beginnt auch ein Historischer Lehrpfad, der den geschichtlich interessierten Wanderer zu den interessantesten Plätzen in und um die Stadt führt.
So auch zum Platz der ehemaligen Synagoge und dem Jüdischen Friedhof. Wenn Sie mehr über die Geschichte der Jüdischen Gemeinde in Geisa erfahren möchten...

Wer einmal in der Nähe weilt, sollte sich die dörfliche Ruhe dieses interessanten Rhönstädtchens nicht entgehen lassen.