Die wechselvolle Geschichte des Dorfes Herda an der Suhl ist das Resultat seiner Lage am Schnitt-punkt wichtiger Handelsstraßen. Die "Hohe Straße" von Frankfurt nach Eisenach- Erfurt- Leipzig und die sie kreuzende Nord-Süd Verbindung Vacha- Eisenach und ihre Funktion als Handels- aber auch Heerstraße bestimmte das Leben der hier ansässigen Bauern und Dienstleute. Sie waren ständig bedroht durch Heeres- und Plünderzüge und durch die sie begleitetenden Krankheiten. Herda ist als eines der ältesten Orte der Gegend anzusehen, auch wenn die erste urkundliche Erwähnung "erst" in das Jahr 1246 fällt.
Die Nähe zu Berka / Werra (Furth über die Werra) und Gerstungen (Amtssitz) verhinderten sicherlich den wehrhaften Ausbau. Heute gehört Herda zur Stadt Berka, Vom einstmaligen Adelssitz derer von Herda künden nur noch einige Grabsteine an der Kirche. Diese stammt mit ihrem ältesten Teil (Erdgeschoß des Turmes) aus dem 15.Jh., erlangte seine heutige Gestalt im 17.Jh. und ist der heiligen Margarethe geweiht. Wie in unserer Gegend typisch, wird die zweigeschossige Empore durch eine Außentreppe erreicht. Der nach Osten gerichtete Turm erhebt sich über dem Chorraum, dieser wird von einem Kreuzrippengewölbe überwölbt, dessen Schlußstein ein weiblicher Kopf (Engel?) ziert.
Die Kostbarkeit dieser Kirche besteht in ihrem dreiflügeligen spätgotischen Schnitzaltars, der der Werkstatt des Deubacher Altares zugeschrieben wird. Er enstand um 1510/20 in einer Erfurter Werkstatt. Er zählt heute zu den "besten Arbeiten der thüringischen Bildschnitzkunst".
Auf diesen Altar möchte ich später ausführlicher eingehen.


Wer auf seinen Wanderungen dieses Dorf und seine Kirche besucht, wird sich mit Sicherheit auch an seiner schönen Fachwerkarchitektur erfreuen.