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| Im Dreieck der Werra-Dörfer Merkers,
Kieselbach und Tiefenort erhebt sich talbeherrschend
ein kegelförmiger Berg, dessen Spitze wie eine
Krone eine alte Burgruine ziert. |

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| Steil ansteigende Wege ziehen
sich von Richtung Merkers und Kieselbach hinauf, wer es bequemer
mag, nimmt die befahrbare Straße aus Richtung Tiefenort.
Doch sollte man sich eine Wanderung durch die alten, herrlichen
Buchenwälder nicht entgehen lassen. Denn auf den Wanderer
warten neben den alten zerfallenen Burgmauern auch die Gaststätte
der "Krayenbergklause" mit Speisen und Getränken. |
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| Die Krayenburg wurde 1155 erstmals
als hersfeldisches castrum erwähnt. Die Burg gehörte,
wohl als hersfeldische Lehnsträger, denen von Frankenstein.
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Kaiser Friedrich Barbarossa bestätigte
dem Kloster Hersfeld im Jahre 1184 den Besitz der Krayenburg
(und dazugehöriger Dörfer wie z.B. Tiefenort, Dorndorf,
Berka/W.), befreite es vom königlichen
Spolienrecht und untersagte die Weiterverleihung, insbesondere
an Feinde des Reiches. |
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Als im Jahr 1270 Landgräfin
Margarethe, immerhin eine Tochter Kaisers Friedrich II., in
Todesangst von der Wartburg floh, da sie von ihrem Mann Albrecht
(dem "Entarteten") bedroht wurde, fand sie für
kurze Zeit Zuflucht auf der Krayenburg. Sie genoß somit
den Gottesfrieden, den Barbarossa der Burg verlieh. Mit Sicherheit
wohnte sie damals im Palas, von dem aber leider nur noch Teile
der Westwand zu sehen sind. Doch die Nähe der Wartburg
ließ sie fürchten und so zog es sie nach Frankfurt,
wo sie den Schleier nahm und schon bald den Tod fand.
Die mächtigen Frankensteiner
waren in ständige Auseinandersetzungen mit ihren Nachbarn
verwickelt. Nach ihrer Niederlage gegen die Abtei Fulda verloren
sie ihren Stammsitz bei Salzungen wie auch ihr Vermögen.
Nun wechselten ständig die Herren der Burg, es sollen
"mehr Besitzer als Bausteine" gewesen sein. |
| 1407 verpfändete Hersfeld
die einstmals stolze Burg an die Landgrafen von Thüringen
und konnte sie später nicht mehr einlösen. Der letzten
"großen" Herren zur Krayenburg waren die Grafen
von Beichlingen 1522. Schließlich wurde die Burg Bestandteil
des Herzogtums Sachsen-Weimar. Ab da befand sich hier der
Sitz des "Amtes Kraynburg". |
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Von der einstmals riesigen Burganlage
(sie war vom Grundriß her größer als die
Wartburg) stehen nur noch wenige Reste: Teile des Palas, einige
Keller und Reste der Verteidigungsmauern (Zwinger) sind zu
bewundern.
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| Die zu erkennenden romanischen Ornamente weisen
auf die Mitte des 12.Jh. hin. 1850 wurden aus den Fenstern
des Palas die romanischen Säulen entfernt, um sie im
Kommandantengarten der Wartburg aufzustellen. Im 30jährigen
Krieg wurde auch die Krayenburg geplündert und seitdem
ist der Verfall nicht mehr aufzuhalten gewesen. Die Bauern
der umliegenden Dörfer Tiefenort und Kieselbach
versorgten sich hier mit Baumaterial und beschleunigten das
traurige Ende der Burg. 1782 besuchte Geheimrat Goethe die
Burg und fertigte dabei auch eine Zeichnung an |
| Im Jahre 1925 gründeten interessierte
Bürger aus der Umgebung einen Verein, um sich fortan
für den Erhalt und den Ausbau der Burganlage einzusetzen.
Diese "Krayenburg-Gemeinde" um ihren 1. Schultheiß
Carl Schanz begann mit dem Aufbau der Klause auf dem Berg.
Trotz der großen Schwierigkeiten (Behörden, mangelnde
Finanzen, fehlendes Baumaterial) gelang es ihnen, unter Einbeziehung
eines alten Burgkellers, ein sehenswertes Bauwerk zu errichten.
Mit der Fertigstellung des runden Turmes, von dem aus man
weit ins Werratal sehen kann, war das Bauwerk 1935 abgeschlossen.
Die Krayenburg entwickelte sich in der Folge zu einem beliebten
Wanderziel, denn auch Übernachtungsplätze konnten
angeboten werden. |
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| Sehr wechselhaft war aber auch die Geschichte
der Burg nach 1945: Die Krayenburg-Gemeinde wurde unter staatlichen
Druck aufgelöst, Carl Schanz durfte nicht einmal mehr
die Burg betreten. Das Gebäude wurde als Parteischule,
Jugendwerkhof, Kinderheim und Jugendherberge genutzt und später
erhielt es dann den Status eines "Naherholungsgebietes"
und besaß nunmehr auch wieder einen für alle zugänglichen
Gastronomiebereich. Sofort in den Wendewochen 1990 bildete
sich auch die Krayenburg-Gemeinde neu, inzwischen ist die
Gaststätte renoviert und geöffnet, es finden Familienfeiern
und Hochzeiten statt. |
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Die Nachbarn der Krayenburg-Gemeinde
kümmern sich auch um den Erhalt der Ruine und versuchen
diese zu sichern und freizulegen.
Burg und Berg sind leicht zu finden, wer sich nach Übernachtungen
oder dem Tagesangebot der Gaststätte erkundigen möchte,
der wähle:
03695/824040 |
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