Schon 1587 wurde mit dem Bau des Marksuhler Fürstenschlosses begonnen. Auch wenn es nur kurze Zeit als solches diente, so kamen die Herren gerne zu Jagden in die wald- und wildreiche Gegend. Darum wurde das Schloss auch in späteren Jahren noch ständig erweitert und erneuert.Das Hauptgebäude wurde 1587-91 aus Stein im Renaissancestil errichtet.
Sein oberstes Geschoss musste jedoch schon 1714 abgetragen werden. Sicherlich bestand es aus Holzfachwerk und hat im Dreißigjährigen Krieg besonders gelitten.
Am Hauptgebäude fallen die gepaarten Fenster besonders auf, die durch ein gemeinsames Giebeldreieck bekrönt werden. Diese Giebelfelder sind mit aus Sandstein gemeißelten Köpfen verziert. Diese Männer- und Frauenköpfe tragen die Kostüme jener Zeit. Solche Köpfe findet man auch an den Konsolen der beiden Eckerker. Hier scheinen sie förmlich die Aufbauten zu tragen.
Den einstmals einzigen Zugang zum Schloss bildete das schöne Portal am Treppenturm im Hof. Dieses Sandsteinportal ist noch heute sehr gut erhalten. Der achteckige Treppenturm springt aus der Hausfront hervor.
Seine unteren Fenster passen sich dem Verlauf der Wendeltreppe im Inneren an. 1789 wurden die drei Fachwerkgeschosse wie auch die geschweifte Kuppel mit Laterne aufgesetzt.
Steinerne Stufen führen nach oben. Heute ist im Schloss neben der Gemeindeverwaltung auch das Forstamt und der Jugendclub untergebracht.
In den vergangenen Jahren wurde mit einer aufwendigen Restaurierung begonnen. So kann man im Inneren heute wieder einige schöne Laibungen von Stubentüren bewundern, die aus dem Jahr 1616 stammen.
Leider befindet sich der Rest der Schlossanlage, mit Ausnahme des 1743 errichteten Seitenflügels in der Bahnhofsstrasse in einem noch recht bedauernswerten Zustand. Wünschenswert wäre u. a. die Wiedererrichtung der herrlichen Hofeinfahrt aus dem Jahr 1616, die zu DDR-Zeiten abgebrochen und eingelagert wurde.

An der Ostseite des Schlosshofes befindet sich eine hohe Sandsteinmauer mit zugemauerten Fensteröffnungen. Dieser einstige Ostflügel wurde Anfang des 19.Jh. niedergerissen. Mit dem noch nicht genannten Nordflügel, der ebenfalls noch einer Restaurierung und späteren Nutzung harrt, bildeten die Schlossbauten somit eine geschlossene vierseitige Hofanlage.

Interessant sind auch die folgenden Nachrichten: Auf dem heutigen Schulgelände befand sich der Schlossgarten mit einem imposanten Irrgarten... Und das einstmals Schloss und Kirche durch eine überdachte Brücke miteinander verbunden waren, mutet heute sehr unwahrscheinlich an. Doch die Herrschaften wollten trockenen Fußes und Hauptes ins Gotteshaus gelangen, wo man schließlich einen eigenen Stand einnahm.

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