Auf Mihlas einstmals höchstem Punkt wurde die Kirche errichtet. Im Mittelalter hat sie sicherlich als Wehrkirche gedient. Die Bürger werden in ihrem wehrhaften Turm Schutz gesucht haben. Zur Abwehr der Feinde dienten sicher auch die hohen Kirchhofsmauern, von denen ein Teil heute noch erhelten ist. Der Turm bildet somit auch den ältesten Teil der Kirche, seine Bauzeit könnte bis in das 12.Jahrhundert zurückreichen.
Als Beweis könnte die Entdeckung der Arkaden im ersten Turmgeschoss dienen, die bei Bauarbeiten in den 80er Jahren zum Vorschein kamen.
Der Hauptraum der Kirche wurde 1711 errichtet. Da der Turm im Osten steht, fehlt dem Altarraum die räumliche Abgrenzung zum Hauptraum. Das breite Tonnengewölbe wie auch die Emporen sind reich bemalt mit Ornamenten des Roccocostils. Sie stammen aus dem Jahr 1751.
Die Malereien an den Emporen sind auf Leinwand ausgeführt und zeigen biblische Szenen im Wechsel mit Bibelsprüchen.
Der Taufstein ist eine herrliche Steinmetzarbeit des Roccocostils. Die Kanzel stammt ebenfalls aus der Bauzeit der Kirche.

Auch auf die Grabsteine der Familie Harstall muss man an dieser Stelle hinweisen, die sich in und an der Kirche befinden.

Gotische Schranknische

Eine gotische Schranknische (um 1420) ist das älteste Bildwerk der Kirche und diente wohl einst als Tabernakel (zur Aufbewahrung der Hostien) oder als Verwahrungsort der damals so wertvollen Gebetbücher...

Doch der größte Schatz der Kirche ist ohne Zweifel der geschnitzte Altarschrein. Er entstand mit hoher Wahrscheinlichkeit um 1490 in einer Erfurter Werkstatt.
Schnitzaltar
Auch wenn der Meister heute unbekannt ist, so gilt sein Werk als die bedeutendste Holz-schnitzerei in Thüringen.
Die dargestellte Passionsgeschichte ist auf Grund ihrer künstlerischen Darstellung beeindruckendzurück...
Noch nicht allzu lange kann man dieses Kunstwerk wieder in Mihla bewundern, denn vor seiner Restaurierung war es in der Eisenacher Predigerkirche ausgestellt. Wenn Sie Gelegenheit haben, Mihla zu besuchen, so sollten Sie sich die Kirche nicht entgehen lassen. Und sollte sie verschlossen sein, so wenden Sie sich unbedingt an Frau Raatz (Telefonnummer im Schaukasten der Kirche...), die jedem Gast gerne die Kirche und ihre Schätze zeigt...