Das Dorf Spahl ist eine kleine Gemeinde in einem südlichen Zipfel des Wartburgkreises, zu DDR-Zeiten unerreichbar und doch so nah an der innerdeutschen Grenze.
Ringsum türmen sich die Basaltkuppen der Rhön, es grüßen Rockenstuhl, Rößberg, Suchenberg, Dörnberg und Breiter Berg.
Die Villicatio Spanelo – so der alte Name – findet sich in einer Urkunde aus dem Jahre 817, als König Ludwig dem nahen Kloster Fulda einige Güter überließ.
Als das älteste Bauwerk des Dorfes grüßt den Reisenden schon von weit her der Kirchturm der Dorfkirche.

Er stammt laut Steininschrift in einem Sandsteinquader des Turms aus dem Jahre 1514. „Anno Domini 1514 completum est praesens opus per me Veit Kampf“ - so lautet die jahrhundertealte Inschrift.
Interessant ist der darüber in einen Eckstein gemeißelte Kopf mit langem Haar (keine Sorge, ich bin es nicht...). Es scheint der Baumeister zu sein, der sich hier in Stein verewigt hat.
Die Turmspitze mit der Schweifkuppel nebst Laterne scheint jedoch aus der Bauzeit des Kirchenschiffes zu stammen (1724). Diese Jahreszahl findet sich auch über dem Haupteingang im Westen.
Im Inneren des Turmes sehen wir einen schönen Chorraum, der von einem gotischen Kreuzgewölbe überdeckt ist. Den Übergang zum Chorraum gestattet ein halbrund überwölbter Triumphbogen aus der Zeit der Spätrenaissance.

Rechter Hand steht eine sehr schöne Kanzel aus Holz im Barockstil. Zwischen korinthischen Säulen erkennt man die vier Evangelisten. Der Taufstein ist neu, da der alte zerbrach. Jener ist aber hinter der Kirche zum Schmuck der Grünanlagen des Totenackers aufgestellt.
Wenn man denn schon mal im Dorfe ist, sollte man nicht vergessen, der „Heilen Schern“ einen Besuch abzustatten…