Vacha liegt an einer seit dem Mittelalter bedeutenden Handelsstraße, die die Messestädte Frankfurt und Leipzig als kürzeste Route miteinander verband. Vor den Toren der Stadt musste diese Strasse die Werra überqueren. Dies geschah bis zum Jahre 1342 auf einer wahrscheinlich hölzernen Brücke. Doch als diese in jenem Jahr von einer Hochwasserwelle zerstört wurde, die auch Creuzburg arg schädigte, begann man mit Planung und Bau einer steinernen Brücke.

 

Die neue Brücke wurde jedoch nicht an der Stelle der Alten errichtet, sondern wurde von der Öchsemündung weg flussaufwärts gelegt. Man umging somit das Problem des Öchse - Hochwassers und begab sich in den Schutz der Burg. Doch der Ortswechsel brachte auch einen entscheidenden Nachteil, denn die neue Brücke wuchs nun von ca. 50m auf 250m an.
Da sich die Stadt ein solches gewaltiges Bauwerk leisten konnte, musste sie von einiger Bedeutung für Handel, Wirtschaft und Politik in der damaligen Zeit gewesen sein. Die Bedeutung von Stadt und Flussübergang dürfte mit der ständigen Zunahme des Handels- und Reiseverkehrs im 13. und 14. Jh. gestiegen sein. Die Brücke wirkte in der Folgezeit gleichsam als Katalysator der Stadtentwicklung.

Ihr Bau brachte sicher einige Schwierigkeiten wegen des sumpfigen Uferbereiches, des sich teilenden Flusslaufs und natürlich ihrer Länge. Von diesen Schwierigkeiten kündet auch die Sage des ständig einstürzenden Brückenbogens. Der Sage nach wurde das Problem nach vielen Versuchen nur dadurch behoben, dass man ein Kind lebendig in den Bogen einmauerte. Ein Wandbild im Rathaus der Stadt kündet heute noch von diesem Ereignis.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Brücke immer wieder erneuert, verändert bzw. in Stand gesetzt. Oder auch zerstört, wie am Ende des II. Weltkriegs, als vor den Amerikanern zurückdrängende deutsche Truppen den 7. und 8. Bogen der Brücke sprengten. Nach ihrem Wiederaufbau (1952) war die Brücke jedoch ein unverkennbares Mahnmal der deutschen Teilung. Zum Territorium der DDR gehörend war sie jedoch durch die Bürger nicht zu betreten, denn sie wurde über Nacht zur Staatsgrenze. An ihrem Südende entstand die erste Mauer an der innerdeutschen Grenze.

Als die Grenzanlagen fielen, entstand hier einer der ersten provisorischen Grenzübergänge. Endlich konnte die Brücke wieder von allen Bürgern betreten werden. Seither nennt man die 650 jährige Brücke die "Brücke der Einheit".
Seit einiger Zeit können die Besucher des Mini-a-Thür Parkes in Ruhla ein wunderschönes Modell dieser Brücke besichtigen.