Folgt man dem Lauf der Fulda von Kaltennordheim kommend, sieht man unweit von Diedorf auf einer leichten Erhebung auf der linken Seite eine stolze Kirche ihren hohen Turm in den Himmel zeigen. Es ist die katholische Kirche zu Zella, eine der schönsten Kirchen der thüringischen Rhön. Errichtet aus rotem und grauen Sandstein überragt sie nicht nur die Häuser des Dorfes, sondern auch die neben ihr liegende Probstei.
Über dem Portal prangt das Wappen des Erbauers dieser Kirche: Adolph von Dalberg. Sechs Lilien und das Kreuz von Fulda. Es ist gekrönt vom Fürstenhut.
Darunter berichtet eine Inschrift über die Erbauung der Kirche: Es wird nicht nur dem Herrn gedankt, sondern auch diesem Fürst Adolphus. 1715-1732 wurde diese Kirche errichtet, als auch die Probstei in unmittelbarer Nachbarschaft neu erbaut wurde.
Über dem Portal erhebt sich der Turm, gekrönt von einer beschieferten Schweifkuppel mit Laterne.
Gelobt werden Jesus Christus in Palmengesang in Ewigkeit. Siehe er hat alles neu gemacht. Der hochwürdigste und durchlauchtigste Fürst und Herr Adolph, der ruhmvollen Kirche zu Fulda Abt, des heiligen römischen Reiches Fürst, der erlauchten Kaiserin Erzkanzler, Primas von Germanien und Gallien, aus der ruhmreichen Familie derer von Dalberg, unser gnädigster Herr, hat, nachdem die Probstei von Zella von Grund auf neu erstanden war, auch dieses Gotteshaus festgefügt erbauen lassen als ein ewiges Denkmal. Dienet dem Herrn mit Freudigkeit und singet ihm mit Frohlocken.
In vier Bogennischen an der Portalseite sind überlebensgroße Heiligenstatuen zu sehen, welche Heilige des Benedictinerordens darstellen. So zum Beispiel den hier zu sehenden Heiligen Bonifatius, der das mit dem Schwert durchbohrte Buch hält. Die Seitenfronten der Kirche sind dagegen schmucklos gehalten.
Doch treten wir ein in die Kirche: Der Hauptraum der Kirche ist ein rechteckiger Saal, der mit drei Kreuzgewölben überdeckt ist. Der Altar steht im Chorraum, dem Haupteingang gegenüber. Die Wirkung des Triumphbogens wurde erzielt durch zwei schräg gestellte flachbogige Nischen, welche aus dem Hauptraum in den wesentlich schmaleren Chorraum überleiten. Über dem Bogen befindet sich das farbige Wappen des Erbauers, umgeben von einer Hermelindecke.
Der Altar wird überragt von vier Säulen aus Stuckmarmor, welche ein mehrfach gekröpftes Gebälk tragen, worauf sich baldachinartige Voluten erheben. Auf diesen Voluten befinden sich fünf Engel, welche die in den Himmel aufsteigende Gottesmutter begleiten. Unter ihr ist wiederum das Wappen Dalbergs zu sehen - jedoch noch ohne Fürstenhut.
Zwischen den Altarsäulen steht ein Kruzifix, darunter ein Tabernakel, ebenfalls mit vier Säulen besetzt.
Zu beiden Seiten der Säulen des Hauptaltars befinden sich zwei Statuen über mit Vorhängen verschlossenen Durchgängen. Links erkennt man den heiligen Ludwig von Frankreich in Plattenrüstung. Er ist der Schutzpatrons des Franziskaner-ordens.
Über der rechten Tür erhebt sich die Statue der heilgen Katharina mit Palme und Schwert. Sie ist die Beschützerin der Mädchen, Jungfrauen und Ehefrauen.
Die beiden Seitenaltäre, im Bild der rechte, befinden sich in den Nischen neben dem Chorraum. Sie wirken wie ein verkleinertes Abbild des Hauptaltares: Säulenanordnung und Voluten, Wappen...
Statt des Kruzifixes sind hier jedoch Gemälde eingelassen. Dieses zeigt den Heiligen Valentin bei der Segnung zweier um Schutz suchenden Frauen.
Auf dem linken Nebenaltar kann man als Hauptbild den Heiligen Bonifatius erkennen, mit dem vom Schwert durchbohrten Buch.
Es ist zu vermuten, dass die beiden Nebenaltäre nach dem Hauptaltar entstanden.
Am gut erhaltenen eichernen Kirchengestühl kann man an den Seitenwangen das geschnitzte Dahlbergsche Wappen erkennen.
Eine andere schöne Arbeit ist das Holzrelief der Grablegung Christi. Diese Schnitzerei ist eine Plastik aus den Jahren um 1500. Man nimmt an, dass es aus dem Altar des Vorgängerbaus dieser Kirche stammen könnte.
Die Orgelempore befindet sich gegenüber des Chorraumes und ist die einzige Empore der Kirche. Das reich verzierte Gehäuse in weiß und gold weist auf den Barockstil hin.

Die Kanzel aus Stuckmarmor ist viel schlichter gehalten als die Altäre.

Der Taufstein ist aus Sandstein und zeigt als einzige Zier zwei geflügelte Engelsköpfe am Sockel.
Unmittelbar neben der Kirche befindet sich das ehemalige Probsteigebäude. Gemeinsam mit der Kirche bildet es ein wunderschönes Ensemble.